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Presse-Archiv

Hier finden Sie ein Link-, Text- und Bildarchiv

Linkarchiv

Artikel auf Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe)
„Die Supernanny ist eine echte Familienflüsterin“ (02.09.2010)
http://www.derwesten.de/kultur/Die-Supernanny-ist-eine-echte-Familienfluesterin-id3638799.html

Interview mit Katia Saalfrank auf Spiegel online (01.09.2010)
„Wie werde ich ...“ Katia Saalfrank
http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/0,1518,712253,00.html

Artikel auf Bild.de (01.09.2010)
http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/09/01/die-super-nanny/katia-saalfrank-tauscht-schwarzes-oberteil-nach-130-faellen-gegen-etwas-buntes.html

Interview mit Katia Saalfrank von sueddeutsche.de (26.05.2010)
„Ich hätte Lust auf andere Sendungen“
http://www.sueddeutsche.de/medien/gespraech-mit-katia-saalfrank-ich-haette-lust-auf-andere-sendungen-1.949270

Interview mit Katharina Saalfrank auf Welt-Online (24.05.2010)„Kinder sind ein unkalkulierbares Zukunftsrisiko“
http://www.welt.de/vermischtes/article7764439/Kinder-sind-ein-unkalkulierbares-Zukunftsrisiko.html

Interview mit Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank bei „Wunderweib.de“ (19.05.2010)„Wann verlieren Sie die Nerven, Frau Saalfrank?“
http://neue-post.wunderweib.de/artikel/1167181/Wann-verlieren-Sie-die-Nerven-Frau-Saalfrank.html

Chat mit Katia Saalfrank auf Frauenzimmer.de (06.04.10)
"Geduld und Verständnis sind wichtig!"
http://www.frauenzimmer.de/cms/html/de/pub/stars-news/experten-chat-bei-frauenzimmer/super-nanny-katia-saalfrank.phtml

Interview Magazin „blue“ der „Neue Osnabrücker Zeitung“ (07.03.2010)
„Interview mit Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank“
http://www33.os-community.de/magazin/20319/Interview_mit_Diplom-Paedagogin_Katharina_Saalfrank.html

Katharina Saalfrank im Bloginterview auf „JonathansTV Blog“ (21.09.2009)
http://www.jtvnet.de/blog/?p=802

Interview mit Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank (01.09.2009)
im Berliner Jugend- und Studentenmedium "Kukksi"
http://presse.kukksi.de/2009/09/01/

Interview "Schweriner Volkszeitung" (29./30.08.09)
"Plötzlich war ich nu r noch die Super Nanny"
Katharina Saalfrank sieht ihre Sendung als ein Plädoyer für Kinder
http://ziepketexte.de/Katia_Saalfrank.html

Artikel "HNA online" (17.08.09)
Überwacht von der iNanny: GPS-Ortungsgerät soll Kinder schützen

Interview „Bild.de“ (14.07.2009)
Katharina Saalfrank und Ursula von der Leyen im Gespräch über Kinder und Erziehung
http://www.bild.de/BILD/ratgeber/kind-familie/2009/07/14/erziehungs-debatte-ursula-von-der-leyen/katharina-saalfrank-ohrfeige-klaps-auf-den-po.html

Interview “Bild.de” (12.07.2009)
Katharina Saalfrank und Ursula von der Leyen im Gespräch über Kindererziehung r />http://www.bild.de/BILD/ratgeber/kind-familie/2009/07/13/erziehung/interview-mit-ursula-von-der-leyen-und-katharina-saalfrank.html

Interview „Chrismon“ (Ausgabe 5/2009)
Katharina Saalfrank im Gespräch mit Dirk von Nayhauß
http://www.chrismon.de/4152.php

Interview "Westfälische Allgemeine Zeitung" (18.03.09) "Virtuelle Welt lockt mit schneller Anerkennung" Katia Saalfrank über Killerspiele
http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/Katharina-Saalfrank-warnt-vor-Killerspielen-id332643.html

Artikel "Westfälische Allgemeine Zeitung" (12.12.08)
"Das war mutig, Frau Saalfrank"

Interview "Main-Post" (26.11.08)
"Warum "Die Super Nanny" zur Psychologin geht"
http://www.mainpost.de/nachrichten/kultur/Kultur-Katharina-Saaalfrank-Die-Super-Nanny;art3809,4832775

Meldung "Die Welt" (21.11.08)
"Bischof Käßmann verteidigt TV-Serie 'Super Nanny' "
http://www.welt.de/welt_print/article2758709/Bischoefin-Kaessmann-verteidigt-TV-Serie-Supernanny.html

Interview "FOCUS Online" (28.10.08)
"Wie Kinder beziehungsfähig werden" – Wertediskussion mit Katharina Saalfrank

http://www.focus.de/schule/familie/erziehung/tid-12331/katharina-saalfrank-wie-kinder-beziehungsfaehig-werden_aid_344153.html

Interview "ddp" (02. September 2008)
Katharina Saalfrank will keine "Super Nanny" sein

Interview "Münchner Merkur" (01. September 2008)
"Familien unterm Mikroskop"
http://www.merkur-online.de/nachrichten/kultur/familien-unterm-mikroskop-305073.html

Interview "stern.de" (03. September 2008)
"Vernachlässigung ist auch Gewalt"
http://www.stern.de/kultur/tv/interview-mit-der-super-nanny-vernachlaessigung-ist-auch-gewalt-637822.html

Artikel "DWDL" (21. August 2008)
"Können Sie über Ihre Parodie lachen?"
http://dwd​l.de/artic​le/story_1​7316,00.ht​ml

Interview "Berliner Kurier" (04. Mai 2008)
"Kein Kind ist schrecklich"

Interview "Planet" (30. April 2008)
"Ich bin keine "Super Nanny" - die Sendung heißt einfach so"

http://www.planet-interview.de/katharina-saalfrank-30042008.html

VÖ im ähnlichen Wortlaut auch in der FR-Online:
Ich bin weder "Super" noch "Nanny"

Interview "WeltOnline" (30. April 2008)
„Ich bewege mich auf einem schmalen Grat"
http://www.welt.de/vermischtes/article1950601/Ich_bewege_mich_auf_einem_schmalen_Grat.html

Interview "Märkische Oderzeitung" (30. April 2008)
"Ich bin nicht die Super Nanny"

Interview "Westfälische Allgemeine Zeitung" (29. April 2008)
Was hält "Die Super Nanny" von Drill?

Interview "Sächsische Zeitung" (29. April 2008)
"Ich bin keine Super Nanny"

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1813301

Interview "Spiegel Online (17. Januar 2008)
"Koch hat keine Ahnung"

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,528779,00.html

Interview "Spiegel Online" (14. Dezember 2007)
"Viele Kinder verhalten sich noch relativ gesund"

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,522951,00.html

Interview "Berliner Zeitung" (31. März 2007)
"Sie haben ein tolles Kind"
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0331/lokales/0028/index.html

Portrait "Berliner Zeitung" (03. Februar 2007)
Ich bin nicht "Die Super Nanny" /lokales/0040/">
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0203/lokales/0040/

RTL-Ratgeber, Interview 2007
"Erziehungsfehler als solche gibt es gar nicht"

Interview "Tagesspiegel" (20. September 2006)
"Die wissen nicht, wer ihnen helfen soll"
http://www.tagesspiegel.de/medien/die-wissen-nicht-wer-ihnen-helfen-soll/754006.html

Rezension "Deutschlandradio Kultur" (11. April 2006)
"Glückliche Kinder brauchen starke Eltern"
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/488703/

Interview "Wiesbadener Tagblatt" (15. März 2006)
"Kinder brauchen für ihre Entwicklung starke Eltern"

rmal">Interview "Tagesspiegel" (15. März 2006)
Leihmutter der Nation "Die Eltern sind das Problem"
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/leihmutter-der-nation/571016.html

Interview "UNICUM" (15. März 2006)

Kinder - ein Lebensentwurf Interview (November 2005)

 

TRENDYone

 

 

 

Textarchiv

 

Interview / Presseagentur "Story"

verkürzte VÖ in "Das Neue Blatt" (7.5.2008)

 

Frau Saalfrank, schön, dass Sie sich für unser Gespräch Zeit nehmen, während Ihre Kinder in der Schule sind...

Katia Saalfrank: Meine Bürozeiten sind von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr. In der Zeit kann man mich erreichen. Danach bin ich für die Familie da und nur noch in Ausnahmefällen erreichbar.

Wenn man Ihre Internetseite ansteuert, sieht man Ihr Bild und darunter steht: „Ich habe Aids." Während man noch schockiert ist, liest man sehr klein gedruckt darunter: „...nicht vergessen. Eine mutige Kampagne, für die 50 Prominente angesprochen wurden, aber nur fünf mitmachten."

Katia Saalfrank: So ist es mir erzählt worden. Wobei ich natürlich auch nicht weiß, ob das wirklich stimmt. Für mich ist es auf jeden Fall eine Ehre, dabei mitmachen zu dürfen. Ich habe auch nie darüber nachgedacht, ob dieser Spruch für mich irgendwelche sozialen Auswirkungen haben könnte.

Gerade bei den jungen Leuten steigt die Infektionsrate wieder an. Ist das für Sie auch schon mal Thema oder kümmern Sie sich doch hauptsächlich um die kleinen Problemkinder?

Katia Saalfrank: „Problemkinder" gibt es ja für mich nicht! Nur schwierige Situationen, in denen sich Familien befinden. Schon in der letzten Staffel war ich viel bei Jugendli-chen und auch in dieser Staffel sind einige ältere Kinder dabei. Für mich ist Aids nicht nur ein Problem von Teenagern, sondern von allen Menschen, die schnell wechselnde Kontakte haben. Da machen sich offensichtlich viele keine wirklichen Gedanken mehr. Wir sollten mehr darüber sprechen und aufklären. Das finde ich vor allem wichtig. Die Einstellung, dass man mit Kindern darüber nicht reden sollte, um ihnen keine Angst zu machen, halte ich für nicht richtig.

Wie soll man mit Kindern über Aids reden? Erst wenn sie fragen oder schon vorbeugend?

Katia Saalfrank: Das kommt drauf an. Ich würde jetzt vielleicht einem fünfjährigen Kind nicht alle Einzelheiten und Folgen erklären. Aber ein zehnjähriges Kind sollte heute wissen, dass es diese Krankheit gibt.

Wem ist dieses Thema leichter nahe zu bringen? Jungen oder Mädchen?

Katia Saalfrank: Ich glaube, es gibt nicht wirklich einen Unterschied. Jungen und Mädchen gehen oft innerhalb einer Gruppe mit dem Thema Sexualität unterschiedlich um. Wenn zum Beispiel in Klassen darüber gesprochen wird, so kann es sein, dass die Mädchen geniert sind, während die Jungs häufig so tun, als ob es sie gar nicht interessiert.

Wenn Sie einkaufen gehen, zum Bäcker oder im Supermarkt, kommen die Menschen auf Sie zu und bitten Sie um Erziehungsratschläge?

Katia Saalfrank: Das ist eher die Ausnahme. Ich glaube, die Menschen merken auch, wenn ich privat unterwegs bin und nicht beruflich. Wenn ich allerdings am Rande von Veranstaltungen auf Menschen treffe, die Fragen an mich haben, nehme ich mir auch gerne Zeit und höre mir alles an. Und auf Flughäfen wurde ich schon einige Male von Sicherheitsbeamten angesprochen. Die nehmen sich dann fünf Minuten Pause, setzen sich zu mir und wir sprechen miteinander.

Was fragen die Menschen Sie?

Katia Saalfrank: Das ist ganz unterschiedlich. Ich merke aber, dass es oft darum geht, überhaupt etwas erzählen zu können und jemand hört zu. Ich ermutige vor allem, sich Hilfe zu holen. Viele schrecken davor zurück, weil sie denken, sie seien dann „schlechte" Eltern. Aber es zeugt doch im Gegenteil von einer großen sozialen Kompetenz, weil man über den eigenen Tellerrand hinausschauen und um Hilfe bitten kann.
Konnten Sie denn schon einmal ein Problem lösen? Eine Hilfestellung anbieten, von der Sie hinterher erfahren haben, dass es genau der richtige Weg war?
Katia Saalfrank: Das wäre vermessen. Das hieße ja, dass ich im Vorbeigehen mal eben schnell drei Tipps gebe und dann ist alles gut. Wobei viele Menschen das von mir erwarten (lacht). Aber es gibt nun mal leider keine pauschalen Regeln. Aber ich glaube, dass es vielen Menschen schon hilft, einmal über ihre Probleme zu reden. Die meisten tauschen sich nämlich über ihre Probleme mit den Kindern gar nicht aus. Sie könnten und sollten das auch mit dem Jugendamt oder anderen Fachleuten tun. Aber ich habe wohl durch meine öffentliche Arbeit einen großen Vertrauensvorsprung.

Wahrscheinlich glaubt man, dass Sie schon wesentlich schlimmere Kinder erlebt haben...

Katia Saalfrank: (lacht) Das kann gut sein - wobei es ja keine „schlimmen" Kinder gibt. Auf jeden Fall merken die Menschen, dass ich niemanden für seine Probleme verurteile oder werte.

Was tun Sie in so einer Situation?

Katia Saalfrank: Meistens gebe ich ein emotionales Feedback. Sage demjenigen, dass sich sein Problem so anhört, als ob es ihn sehr belastet. Allein das kann schon sehr hilfreich sein. Und dann verweise ich oft auf offizielle Stellen oder meine Homepage, wo weiterführende Links aufgeführt sind. Ich bin ja nicht allwissend und löse alle Schwierigkeiten im Vorbeigehen. Auch wenn der Titel meiner Sendung sich so anhört. Ich bin bestimmt keine „Super Nanny" - was auch immer das ist. Ich bin Diplompädagogin und arbeite im Rahmen dieses Sendeformats mit Familien. Und ich hoffe, dass ich dadurch Menschen für Themen sensibilisieren kann, die uns alle angehen. Für Kinder und ihre Bedürfnisse, für die schwierigen Situationen und die Gewalt, die hinter geschlossenen Türen stattfindet, und dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn man sich Hilfe holt.

Sie sind, auch wenn Sie mit einem ganzen Team arbeiten, für die meisten Deutschen das Sinnbild einer Super-Mutter. Wie finden Ihre eigenen vier Jungs es eigentlich, dass Ihre Mutter die „Super Nanny" ist?

Katia Saalfrank: Ich bin ja nicht die „Super Nanny" - die Sendung heißt so! Aber sie sind schwer genervt, wenn man sie drauf anspricht (lacht). Nein im Ernst, ich glaube nicht, dass meine Kinder jedem auf die Nase binden, wer ich bin. Aber ernsthafte Probleme haben sie damit nicht. Ich denke auch, dass meine Kinder völlig normal aufwachsen. Und im übrigen lebe ich das, was mir wichtig ist, nicht nur vor der Kamera. Mein Mann und ich sind selbstkritisch, lernen viel von unseren Kindern und probieren auch aus. So ist das eben mit Kindern (lacht).

Sind Jungen schwerer zu erziehen als Mädchen?

Katia Saalfrank: Ich spreche ja nicht von Er-, sondern von Beziehung, und in meiner Arbeit erlebe ich da überhaupt gar keine Unterschiede. Unterschied besteht meist in den verschiedenen Entwicklungsphasen. Da gibt es zwischen Jungs und Mädchen auch Unterschiede.

Können Sie das genauer erklären?

Katia Saalfrank: Schon unsere Gesellschaft hat ja Vorstellungen wie Jungen oder auch Mädchen sein sollen. In den Familien erlebe ich es oft, dass Jungs eher taff und abgehärtet sein sollen. Von Mädchen erwartet man da viel mehr Anpassungsbereitschaft. Häufig sind überhaupt überzogene Erwar-tungshaltungen Ursache von Konflikten.

Streit gibt es ja auch oft um das Taschengeld. Wie sollte man damit umgehen?

Katia Saalfrank: Ich finde es wichtig, dass Kinder Taschengeld bekommen. Auch wenn es nur einen kleiner, eher symbolischer Betrag ist. Viele Eltern geraten unter Stress wenn sie sehen, dass andere Kinder viel mehr Taschengeld bekommen, als sie ihrem Kind in der Lage sind zu geben. Aber ich rate dann immer, den Kindern zu begründen, warum es so ist. Wichtig ist vor allem, dass man den Betrag, auf den man sich geeinigt hat, auch wirklich regelmäßig zahlt. Meine Erfahrung ist, dass ein konstanter Taschengeldbezug mit wenig Geld besser und viel klarer für die Kinder ist, als ab und zu, ohne feste Absprache größere Summen zu verteilen.

Eltern sollten also kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihren Kindern nicht viel Taschengeld geben können?

Katia Saalfrank: Nein. Ich finde es grundlegend, dass Kinder sich auf eine regelmäßige Zahlung verlassen können. Dass sie lernen, selbstständig mit dem Geld umzugehen und dass sie auch lernen, dass wenn sie regelmäßig etwas zurücklegen, sie auch Geld übrig haben. Der Umgang mit Geld muss gelernt und selbst erfahren werden. Die Kinder dürfen da auch eine gewisse Unabhängigkeit erfahren.

Bringen viele Eltern ihren Kindern den Umgang mit Geld nicht ausreichend bei?

Katia Saalfrank: Auf jeden Fall ist es eine Sache, die oft unterschätzt wird. Wie wichtig es auch für Kinder ist, durch eigenes Geld eine gewisse Unabhängigkeit zu bekommen.

Zurzeit wird viel über das verkürzte Abitur gesprochen. Wie stehen Sie dazu?

Katia Saalfrank: Für mich ist das Problem, dass die Schulen überhaupt noch nicht auf die Schulzeitverkürzung vorbereitet sind. Die Lehrer müssen den gleichen Stoff in einer kürzeren Zeit vermitteln. Das setzt alle Beteiligten unter Druck und macht Schülern, Eltern und Lehrern Stress. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es den Kindern wirklich so viel bringt, wenn sie ein Jahr früher aus der Schule entlassen werden.

Normalerweise ist eine Mutter von vier Kindern in der Schule viel präsent. Können Sie so etwas überhaupt noch wahrnehmen? Und wenn ja, akzeptieren die Lehrer Sie über-haupt noch oder sind Sie eher die „Besser-wisserin" aus dem Fernsehen?

Katia Saalfrank: (lacht) Das hoffe ich nicht! Ich bin natürlich auch in der Schule dabei, wie alle Eltern, gehe, wenn es zeitlich passt, zu Elternsprechtagen und informiere mich. Ich arbeite jetzt seit vier Jahren in der Öffentlichkeit, mein ältester Sohn ist 14. Sie können sich also vorstellen, dass ich auch schon Schule miterlebt habe, bevor ich übers Fernsehen bekannt wurde.

In ei nigen Folgen Ihrer Sendung habe ich mich hinterher gefragt, ob man das jeweilige Kind überhaupt in der Familie lassen darf. Manche Kinder taten mir regelrecht leid, weiterhin in ihrer Familie aufwachsen zu müssen. Haben Sie manchmal nach einem Einsatz in einer Familie das Gefühl, dort mehr tun zu müssen? Etwas an der Gesamtsituation ändern zu müssen?

Katia Saalfrank: Das ist ein zweischneidiges Schwert. Zunächst einmal finde ich es schön, dass Sie spüren können, dass es vor allem die Kinder sind, um die es mir geht. Die Eltern rufen mich oft und wollen, dass ich etwas an den Kinder verändere. Manchmal rufen mich auch die Kinder. Mein Ziel ist immer, die Gesamtsituation im Sinne der Kinder zu verändern. Meistens heißt das eben gar nicht so viel großartig nach Außen zu verändern, sondern vor allem die Sicht der Eltern auf die Situation und ihre Kinder zu verändern.

Haben Sie sich nie überlegt, ein Kind aus der Familie herauszunehmen?

Katia Saalfrank: Das ist grundsätzlich eine schwere Frage. Ich bin ja nicht vom Jugendamt und beneide die Kollegen nicht. Was ich leisten kann, ist mit den Eltern darüber zu reden, was es für Möglichkeiten gäbe, und im Sinne der Kinder zu agieren. In der ersten Folge der neuen Staffel gibt es eine solche Situation. Da sage ich sehr klar, dass etwas verändert werden muss, weil es ansonsten für die Kinder mehr als schwierig werden kann.

Haben Sie eigentlich schon Feedback von früheren Fällen bekommen?

Katia Saalfrank: Ich habe nicht nur ein regelmäßiges Feedback, sondern auch eine sehr intensive Nachsorge für die Familien eingerichtet. Das sind Psychologen, die mich während meiner Arbeit beraten, mit mir gemeinsam die Begleitung gestalten und auch nach der Ausstrahlung regelmäßig Kontakt halten. Seit Anfang 2007 werden die Familien auch während der Ausstrahlung betreut. Außerdem ist Bestandteil der Nachsorge, dass die Familien vor Ort in ihrem Umfeld längerfristige Hilfestellungen bekommen. Darum bin ich durchaus bei den Familien auf dem Laufend en.

Sie erwähnten vorhin, dass Sie auch von Kindern gerufen werden. Wie muss ich mir das vorstellen?

Katia Saalfrank: Manche Kinder schreiben mir Briefe, manche Kinder schreiben an RTL. Viele schreiben mir auch E-Mails und bitten um Unterstützung bei Konflikten mit ihren Eltern.

Was schreiben die Kinder Ihnen?

Katia Saalfrank: Sie schreiben mir, was sie für Sorgen haben. Manchmal gebe ich ihnen Hilfestellung und verweise sie auf lokale Ansprechpartner, manchmal sage ich ihnen aber auch, dass sie mit ihren Eltern sprechen müssen, denn nur wenn Kinder und Eltern einverstanden sind, kann ich in die Familie kommen.

Es gab schon Folgen, in denen die Sprache und die Sitte n der Kinder sehr rau waren. Wie wird es in dieser Staffel?

Katia Saalfrank: Also erstmal ist es ja nicht so, dass die Kinder mit diesem Umgang auf die Welt kommen, sondern ein Spiegel ihrer Umwelt sind. Für mich ist es vor allem spannend, genau zu hören, warum Jugendliche schimpfen. Und das werde ich in diese r Staffel wieder tun. Es gibt ganz anrührende Geschichten, warum Kinder und Jugendliche wütend sind. Und dann gibt es eben auch Jugendliche, die in einem Milieu aufwachsen, was es ihnen nicht möglich macht, ihren Ärger verbal zu artikulieren, sondern sie zuschlagen und schreien lässt, weil sie es selber nicht anders erfahren haben.
Wo würden Sie nie hingehen?
Katia Saalfrank: Eigentlich gehe ich zu allen Menschen, die mich einladen. Ich hätte große Schwierigkeiten, wenn eine Familie plötzlich während der Arbeit Zweifel bekommt. Damit hätten wir alle Schwierigkeiten und wir könnten dann nicht weitermachen. Aber das war bisher so noch nicht. Ansonsten: Wenn eine Familie mir den Auftrag gibt, dann bin ich für sie da.

Gibt es ein Kind aus Ihrer Arbeit, mit dem Sie heute noch intensiven Kontakt haben? Was Sie ganz besonders ins Herz geschlossen ha-ben?

Katia Saalfrank: Nein, denn alle sind ganz besonders. Auch, wenn das jetzt abgedroschen klingt, aber ich erlebe alle Kinder als ganz stark und sensibel und habe alle in mein Herz geschlossen. Jedes auf seine ganz besondere Art und Weise. Und viele bewundere ich wirklich dafür, wie sie die Situation meistern, in die sie hineingeboren wurden.

Millionen Frauen sind bereits mit einem Kind und einem Halbtagsjob überfordert. Sie haben vier Kinder, einen TV-Job und stehen in der Öffentlichkeit. Wie schaffen Sie das alles? Fühlen Sie sich auch manchmal über-fordert? Sie wirken immer so, als ob Sie alles sehr leicht im Griff hätten.

Katia Saalfrank: Also, ich bin ja nicht die einzige, die das bewältigt, das ist Alltag von vielen Frauen. Das Wort „im Griff haben" allerdings finde ich schon schwierig! Darum geht es ja nicht (lacht). Das lässt wenig Spielraum und klingt verkrampft. Ich glaube aber, dass ich in den Jahren gelernt habe, mich ganz gut zu organisieren. Wir hatten immer Kinder und haben nebenbei studiert oder gearbeitet. Ich möchte betonen, dass ich alles nur machen konnte, weil ich einen sehr starken Partner habe, der alles mit trägt. Er ist beruflich zwar auch viel eingespannt, teilt aber alle Aufgaben voll mit mir. Das ist schon ein Geschenk. Ich bin mit meinen Sorgen nicht allein. Aber natürlich fühlen wir uns auch an manchen Tagen genauso überfordert wie jeder andere. Es wäre ja furchtbar, wenn das nicht so wäre.

Was tun Sie dann?

Katia Saalfrank: Das ist ganz verschieden. Es kommt drauf an, was gewesen ist, und was ich machen kann. Gut ist es bestimmt, aus kritischen Situationen einfach mal raus zu gehen. Sich klarzumachen, dass man in der Situation gerade keinen klaren Kopf mehr hat und nicht in der Lage ist, gut im Sinne des anderen zu reagieren. Aber das ist etwas, was man tatsächlich immer wieder üben muss. Ich gestehe, dass es mir auch nicht immer gelingt (lacht). Aber es ist wichtig zu spüren, wenn man überfordert ist und nicht mehr gut reagieren kann. Wenn einem das klar wird, ist das ja auch schon was.

Eine letzte Frage hätte ich noch. Was war eigentlich das Schlimmste, was das Kind Katia Saalfrank einmal ausgefressen hat?

Katia Saalfrank: Ich habe natürlich niiie irgendetwas ausgefressen (lacht). Na ja, was ist denn „schlimm"? Ich glaube, dass ich ganz normal war - ein völlig durchschnittliches Kind, natürlich bin ich auch über Grenzen gegangen und habe meine Eltern geärgert und rebelliert.

Sie haben nie geklaut, eine Schaufenster-scheibe eingeschlagen oder eine Unterschrift Ihrer Eltern gefälscht?

Katia Saalfrank: Nein, Sie denn?! Ich habe mich das nicht wirklich getraut - meine Eltern waren da eher streng und klar. Aber falls es Sie beruhigt: Als Jugendliche habe ich ziemlich rebelliert und durchaus meine eigene Meinung darüber, ob ich zu einer Party gehen darf oder nicht (lacht). Wenn meine Eltern da anderer Meinung waren als ich, bin ich auch einfach mal über das Kellerfenster abgehauen.

Das Gespräch führte Susanne Petermann

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Interview / Rhein - Zeitung

VÖ in der Rhein - Zeitung, 26.4.08

 

Was ist eine intakte Familie?


Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube, dass eine Familie dann intakt ist, wenn man gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt und wenn man gesprächsbereit ist. Zu einer intakten Familie gehört eben nicht einfach nur Harmonie, sondern auch die Einsicht, dass man gerade eine Krise hat und Hilfe braucht. Es muss nicht nur gut laufen.

Und da kommen Sie ins Spiel. Ist es eingebildet, wenn man sich Super-Nanny nennt?
(lacht auf) Das wäre eingebildet, ja, und Sie haben mich zum Glück auch noch nicht so genannt. Nein, ich bin keine "Super Nanny" - die Sendung heißt einfach so. Ich finde diesen Titel unglücklich gewählt, und er steht mir oft im Weg zwischen den Menschen und dem, was ich erreichen möchte. Ich bin nicht "super" und keine "Nanny". Ich bin einfach Diplom-Pädagogin und eine Ansprechpartnerin für viele geworden. Durch diese Sendung habe ich häufig schon einen Vertrauensvorschuss bei vielen Menschen. Dieses Vertrauen müssen sich Kollegen ohne Öffentlichkeit erst bei ihren Klienten erarbeiten.


Gut, ein Sende-Titel „Die tolle Ansprechpartnerin" klingt jetzt nicht so nach Einschaltquote...
Einverstanden - aber das ist ja auch erstmal nicht mein Thema. Dennoch ich beneide die Fernsehkollegen auch nicht, die sich Sendungstitel ausdenken müssen...

Welche Aspekte Ihrer Arbeit kommen gar nicht ins Fernsehen?

Das ist schwer zu sagen. Manchmal fallen einige Punkte in der Sendung weg, weil zu viel Material vorhanden ist und gekürzt werden muss. Was dann oft wegfallen muss, sind die Weichheiten und Kleinigkeiten, die wir erleben. Ich bin zum Beispiel ein Mensch, der viel lacht und ich habe oft auch Spaß mit den Familien. Gerade dann, wenn Probleme, Traumata und schwere Themen im Vordergrund stehen, ist es wichtig auch mal gemeinsam lachen zu können.

Wie viel Zeit haben Sie denn mit den Familien?

Ich bin sieben bis zehn Tage in den Familien. Was ich in dieser Zeit mache, entscheide ich mit den Familien gemeinsam. Wir stecken uns Ziele: Was können wir erreichen? Was wollen wir erreichen? Was trauen wir uns zu? Wenn ich merke, dass eine Familie überfordert ist und mir nicht mehr folgen kann, dann muss ich die Ursache bei mir selbst suchen und noch einmal einen Schritt zurückgehen. Es ist dann nicht so, dass die Familie "versagt" hätte - im Gegenteil. Ich trage die Verantwortung.

Wie groß ist für Sie die Versuchung, in „Show" zu denken. Also weniger zu helfen, sondern auf der Jagd nach einer guten Geschichte und rührenden TV-Bildern zu sein?

So denke ich gar nicht. Ich mache das jetzt seit vier Jahren und habe die Kamera längst vergessen. Sie gehört dazu, ja, aber ich mache nichts für irgendeine "Show", sondern die Kamera begleitet mich, bei meiner pädagogischen Arbeit. Wenn eine Familie mir etwas erzählen will, dann ist die Kamera mit dabei - das ist ganz selbstverständlich geworden.

Behandelt man Sie als Star?

Manche haben schon manchmal Ehrfurcht und sagen: „Gestern habe ich Sie noch im Fernsehen gesehen!" Es gibt auch viele Familien, denen ich so vertraut geworden bin, dass sie keinerlei Berührungsängste haben. Was aber wichtig ist: Für mich ist jede Familie gleich, egal ob sie meine Sendung gut kennt oder vielleicht noch nie gesehen hat. Ich ziehe mich die ersten zwei, drei Tage zurück, schaue mir das Haus und die Familie an und beobachte das Alltagsleben.

Wie würden Sie Ihre eigene Familie beschreiben?

Ich bin aufgewachsen als Älteste von fünf Kindern, und das war sehr lebendig. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, in Beziehungen zu gehen. Natürlich gab und gibt es bei uns auch Krisen, die wir dann versuchen so gut wie möglich zu bewältigt.

Welche Erziehungsmethoden haben Sie von Ihren Eltern übernommen?

Ich glaube, dass es gar keine "Erziehungsmethoden" gibt, für mich steht vorallem die Beziehung im Vordergrund...

Ah, dann Sprüche?

Oh, Sprüche finde ich ganz furchtbar. Da gab es bei uns auch nur wenige, die meine Eltern benutzt haben. Aber noch einmal zur letzten Frage: Ich glaube, dass wir alle Erziehungserfahrungen gemacht haben, mit Eltern oder einem Lehrer, die wir in uns vereinigen. Und so haben wir eine Haltung zu den Menschen mitbekommen. Das kann eine zuhörende Haltung sein, eine Haltung, die einem anderen Menschen erst einmal nichts Böses unterstellt. Das kann eine Haltung sein, die generell nichts mit Schlägen anfangen kann. Mit meiner Sendung möchte ich auch immer wieder darauf aufmerksam machen, dass auch ein „Klaps" schon Gewalt gegenüber Kindern ist. Vielen ist das nicht bewusst.

Sie haben selbst Kinder. Haben Sie Angst davor, dass einmal einer Ihrer Söhne Amok läuft und Ihren Ruf ruiniert?

Was für eine Frage! Nein (lacht). Angst habe ich nicht. Außerdem: Was habe ich für einen Ruf? Ich bin eine Mutter, ich habe Söhne, und das sind ganz normale Kinder wie alle anderen auch. Ich finde übrigens, dass Kinder viel zu oft als "Schuldige" gesehen werden. Gerade wenn von verhaltensauffälligen Kindern gesprochen wird fällt mir das auf- aber wenn wir genauer hinschauen, wird deutlich, dass diese Kinder in einem oft krankmachenden Umfeld relativ gesund reagieren, bzw. sie gleichsam ein Gradmesser dafür sind, in welchem Zustand die Familie oder ihre Umwelt ist, die sie ja prägt. Diese Kinder zu stigmatisieren ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll. Wir sollten die Ursachen für das Verhalten von Menschen suchen und verstehen lernen, um etwas zu verändern, denn niemand wird aggressiv geboren.

Nutzt oder schadet die Öffentlichkeit den Familien, die Sie besuchen?

Die Familien sind oft sehr froh, dass sie an die Öffentlichkeit gegangen sind. Zum einen, weil ein Jugendamt oft nicht die erhoffte Hilfe bieten kann und zum Beispiel bis nachts bleiben kann. Aber manche beziehen das Medium Fernsehen auch ganz bewusst mit ein und sagen: „Ich möchte, dass alle Leute hören, dass es sich lohnt zu kämpfen." Das finde ich sehr mutig!

Sie stehen ja auch mit der Sendung immer wieder in der Kritik, man warf Ihnen vor, den Voyeurismus zu bedienen und Kinder vorzuführen. Welche Kritik hat Sie und die Sendung wirklich weitergebracht?

Jede Kritik, die konstruktiv ist, hilft mir weiter. Ich habe in diesen vier Jahren viel gelernt, über Menschen, Beziehungen und über meine Arbeit. Und auch darüber, dass ich mit dem Medium Fernsehen auf einem schmalen Grat zwischen zeigen und vorführen befinde. Was ich überhaupt nicht ernst nehme ist, wenn Kritiker immer wieder den Vorwurf des Kinderschutzbundes zitieren, und behaupten, ich würde autoritäre Methoden anwenden. Das ist einfach nicht richtig, da haben die Leute nicht richtig hingeschaut. Ich finde es gut, wenn wahrgenommen wird, dass sich die Sendung verändert und sich auch meine Arbeit entwickeln darf. So hat sich zum Beispiel auch die Nachsorge für die Familien etabliert, die ich früher allein gemacht habe. Heute übernimmt ein professionelles Team von Psychologen unter meiner Leitung die Begleitung der Familien, wenn ich dort meine Arbeit beendet habe. Die Psychologen sind weiterhin Ansprechpartner für die Familien und besuchen und unterstützen sie vor allem auch, wenn ihre Sendung ausgestrahlt wird.

Das Gespräch führte Michael Defrancesco

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Interview / Fernsehwoche

VÖ in Fernsehwoche Heft Nr. 17, 18.4.08

FERNSEHWOCHE: Wie viel Familien haben Sie seit 2004 geholfen?
Katharina Saalfrank: Ich kann nur schätzen, etwa 90.

Erinnern Sie sich an jede einzelne?
Ja. Und in meinem Büro habe ich eine große Wand, an der hängt von jeder Familie eine Erinnerung. Eine Collage, ein Bild, etwas Persönliches.

Halten Sie nach Ihrem Einsatz den Kontakt zu den Familien?
Indirekt ja. Schon vor Ort, begleitet und berät mich immer eine Psychologin. Beim Abschlussgespräch klären wir, welche Hilfen die Familie noch braucht. Dann übernimmt die Psychologin eine umfangreiche Nachsorge.

Wie sieht die genau aus?
Wir kontaktieren z. B. Ämter, Schulen oder soziale Träger, die den Familien später vor Ort zur Seite stehen. Mindestens bis zur Ausstrahlung, ein paar Monate später, werden die Familien regelmäßig und intensiv von den Psychologen betreut. Auch bei der Ausstrahlung sind sie nicht allein. Eine Psychologin ist vor Ort und schaut die Sendung gemeinsam mit den Familien an.

Sind viele davon geschockt?
Es ist die Dichte der Bilder, die geballt wirkt. Die Arbeit umfasst häufig bis zu 100 Stunden und wird dann zu 45 Min. zusammengestellt. In keiner Familie geht es ja 24 Stunden am Tag so zu, wie es häufig wirkt. Aber dank der Begleitung durch die Psychologen ist es weniger der Gedanke „Oh Gott, jetzt haben uns alle so gesehen", sondern: Was haben wir für uns alles geschafft?

2007 wollte Leonie (15) die Ausstrahlung ihrer Folge sogar erst
gerichtlich stoppen...

Wir konnten die Situation dann aber befriedigend klären: Viele haben erst Angst und sind dann erleichtert.

Welche Situationen sind für Sie schwierig?
Belastend ist vor allem, wenn extreme Gewalt vorhanden ist. Körperliche oder auch seelische, wenn z. B. Kinder immer wieder vermittelt bekommen: du bist nichts wert, nicht willkommen. Da fühle ich sehr mit.

Wie halten Sie den nötigen emotionalen Abstand zum Erlebten?
Hilfreich sind Rituale, wie das Tragen der „Nanny-Kleidung". Privat kleide ich mich anders. Zu Hause nehme ich mir die nötige Zeit zum Erholen und versuche, den Kopf wieder frei zu bekommen. Ein Frühstück mit meinen Kindern kann dazu beitragen. Die interessieren sich immer für meine Arbeit und die Kinder der Familien. Außerdem gehe ich auch zur eigenen „Supervision": Bei einem Kollegen arbeite ich das Erlebte in Gesprächen auf, so dass ich wieder gut in die nächste Arbeit gehen
kann.

Ihr Fazit?
Egal, wie schwierig es oft ist. Am Ende verlasse ich erfüllt und voller neuer Erfahrungen die Familien. Wir finden immer einen positiven Abschluss. Und die Menschen sind ein Stück weitergekommen.

Das Gespräch führte Nicole Stroschein

 

Bildarchiv

 

Die Bilder sind nicht zur weiteren Veröffentlichung gedacht. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an RTL, Herrn Henning Walter, Mailkontakt: henning.walter@rtl.de Tel.: 0221 - 456 42 69

 

Katia Saalfrank, Diplom-Pädagogin, Familienberatung in der Sendung

Die Super Nanny - Folge 4
Katharina Saalfrank; Rechte: MDR/Ralf U. Heinrich
Podiumsdiskussion: FSF Berlin, Januar 2008

 



Katharina Saalfrank
 
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